In der Regel holen Sie Ihre Container innerhalb der freien Standzeit ab und zahlen die normalen Hafenkosten — je nach Hafen zwischen 300 und 500 Euro pro Container. Das ist eingeplant und überschaubar.
Aber es gibt Situationen, in denen es teurer wird. Standgeld zum Beispiel: In der Regel haben Sie drei bis fünf Tage frei, danach zahlen Sie für jeden weiteren Tag. Und diese Tage laufen ab dem Moment, in dem der Container entladen wird — nicht ab dem Moment, in dem Sie davon erfahren.
Wenn ein Schiff Freitagabend um 23 Uhr ankommt und die Container noch vor Mitternacht entladen werden, läuft ab da die Standzeit. Im dümmsten Fall müssen Sie am Montag alle Container rausholen, um keine Kosten zu zahlen — und das an einem einzigen Tag zu organisieren ist nicht trivial.
Dann gibt es Zollbeschauen. Der Zoll kann Container zur Durchleuchtung oder zur physischen Beschau auswählen. Dafür muss der Container entladen werden — im Hafen, auf Ihre Kosten. Wenn der Container mit Pestiziden behandelt wurde, muss er erst entlüftet werden, bevor die Beschau überhaupt stattfinden kann.
Ich habe einen Fall erlebt, in dem zehn Container im Hafen standen und acht davon eine Zollbeschau bekommen haben. Das hat sich über eine Woche hingezogen — am Ende waren es über 10.000 Euro an zusätzlichen Kosten. Und weil eine Zollbeschau eine hoheitliche Maßnahme ist, zahlt das keine Versicherung.
Genauso unangenehm: Wenn ein Bill of Lading zwölf Container umfasst und zwei davon eine Beschau bekommen, bleiben alle zwölf im Hafen. Standgeldkosten laufen auf alle zwölf — nicht nur auf die zwei, die kontrolliert werden.
Wenn ein Hafen streikt oder keine LKWs verfügbar sind, zahlen Sie genauso Standgeld — obwohl Sie die Container gar nicht rausholen können. 2021 standen Container in England drei bis vier Wochen im Hafen, weil schlicht keine LKWs da waren. Am Ende hat der Kunde das Vierfache für den Nachlauf bezahlt, damit überhaupt jemand die Container rausgeholt hat.